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LWL - 60.000 km gelaufen
Mit Chainflex® LWL-Leitungen über 60.000 km zurücklegen
oder 1,5 mal um die Erde.
Anwender
von Datenübertragungssystemen (Bussystemen) mit hohen Datenraten
oder langen Übertragungslängen oder auch starker EMV-Belastung
setzen immer häufiger auf Lichtwellenleitungen (LWL). Vielen
Anwendern ist heute jedoch noch nicht bewusst, dass diese Vorteile,
die generell für LWL-Leitungen gelten, beim Einsatz von Chainflex®
LWL-Leitungen in E-Ketten® noch weitere Vorteile bieten:
Auf Kupfer basierende Datenübertragungssysteme zeichnen sich
meist durch zwei grundsätzliche Nachteile aus:
1. Die maximalen Übertragungslängen werden durch die Übertragungssysteme
stark limitiert (je nach System und Übertragungsfrequenz zwischen
5 und 50 m Leitungslänge).
2. Die auf Kupfer basierenden Leitungen für den Einsatz in
bewegten Energieführungen weisen nach einiger Zeit meist eine
Erhöhung der Dämpfungswerte bei hohen Zyklenzahlen auf,
die sich wiederum negativ auf die maximalen Reichweiten auswirken.
Ganz
anders bei den Datenübertragungs- bzw. bussystemunabhängigen
Lichtwellenleitungen aus Glas. Sie bieten, neben dem Vorteil dass
sie für jedes Übertragungs-/ Bussystem geeignet sind (sofern
die richtigen Umsetzer genutzt werden), folgende Eigenschaften:
1. Die Übertragungslängen werden nicht durch die verwendeten
Datenübertragungssysteme limitiert, und liegen - LWL-Typ abhängig
- bei mehreren hundert Metern.
2. Die Dämpfungserhöhungen sind bei Chainflex® LWL-Leitungen
selbst bei sehr hohen Zyklenzahlen in E-Ketten® so niedrig,
dass kaum messbare Werte feststellbar sind und der größte
Teil der Dämpfung im Bereich der Stecker zu finden ist.
Die Fragestellung, wie stark sich das Dämpfungsverhalten
einer igus® Chainflex® LWL-Leitung (Lichtwellenleitung)
verändert, wurde in folgender Versuchsanordnung untersucht
und ist bis zum Druckschluss des Katalog (Stand 11/06) noch nicht
abgeschlossen. Unter Beachtung, dass ST-Stecker eine mittlere Einfügedämpfung
von 0,3 dB und eine maximale von 0,5 dB haben, ist der Dämpfungsanstieg
von ca. 0,1-0,15 dB nach über 30 Mio. Bewegungen in der E-Kette®
absolut vernachlässigbar. Somit hat die Leitung im Test über
60.000 km Verfahrweg zurückgelegt. Die hier betrachtete Lichtwellenlänge
liegt bei 850 nm.
Versuchsparameter:
Testleitung: igus® Chainflex® CFLG.2HG.MF.50/125
Faseranzahl: 2 Stück
Fasertyp: Gradientenfaser 50/125 µm
Stecker: 2 x ST Stecker
Verfahrweg: 2 m
Leitungslänge: 3 m
Energiekette: igus® E-Ketten®-Serie 15.015.100.0
Testradius: 11 x d


Dispersion und Dämpfung
Kunststoff-Lichtwellenleiter in Energieführungketten
Auf
Grund der ausgezeichneten Störsicherheit gegenüber elektromagnetischen
Feldern und weitere Vorteile, wie die Möglichkeit der Reduzierung
von Abmessungen und Gewicht, sind Kunststoff-Lichtwellenleiter für
die Datenübertragung im industriellen Bereich eingeführt
worden. Die Anwendung als flexible Verbindungsleitung insbesondere
in Energieführungsketten stellt hohe Anforderungen an die Kunststoff-Lichtwellenleiter.
Die wichtigsten Eigenschaftswerte eines Lichtwellenleiters sind
Dispersion und Dämpfung. Die Dispersion bedeutet eine Streuung
der Signallaufzeit in dem Lichtwellenleiter. Sie wird im Kunststoff-Lichtwellenleiter
im Wesentlichen hervorgerufen durch die Modendispersion und entsteht
durch unterschiedliche Laufzeiten einzelner Lichtwellen. Die Dispersion
bestimmt wichtige Übertragungseigenschaften, wie Bandbreite,
Grenzfrequenz oder maximale Bitrate. Bei keiner der durchgeführten
Untersuchungen konnten signifikante Änderungen der Dispersion festgestellt
werden. Der industrielle Einsatz von igus® Chainflex®-Leitungen
mit Kunststoff-Lichtwellenleitern, z.B. in Energieführungsketten,
ist also bzgl. Änderungen der Dispersion unproblematisch.
Der
zweite wichtige Eigenschaftswert, die Dämpfung, bestimmt die
maximal mögliche Länge einer Übertragungsstrecke.
Die Dämpfung einer Kunststofffaser hängt auch, wie die
der Glasfaser, stark von der Wellenlänge des eingesetzten Lichtes
ab. Alle Untersuchungen wurden daher mit einer Wellenlänge
von 660 nm durchgeführt. Abhängig von der Leistung des
Senders und der Empfindlichkeit des Empfängers steht dem Anwender
ein bestimmtes "Dämpfungsbudget" für die gesamte Übertragungsstrecke
einschließlich aller Verbindungs- und Übergangsbereiche zur
Verfügung. Dieses Dämpfungsbudget (typischer Wert ca.
20 dB) darf nicht überschritten werden, wenn eine sichere Datenübertragung
gewährleistet sein soll. Daher ist es von großem Interesse
des Anwenders, in wie weit aus einer gewissen Anwendung heraus Dämpfungserhöhungen
zu erwarten und ggf. bei der Aufstellung des Dämpfungsbudgets
zu berücksichtigen sind.
Neben der Dauerbiegebeanspruchung, die für den
Betrieb in einer Energieführung typisch ist, sind weitere mechanische
Belastungen zu berücksichtigen, die bei der Installation oder
im Betrieb auftreten können. So können schon beim Einziehen
der Leitung in eine Energieführung relativ hohe Zugkräfte
auftreten. Das Befestigen der Leitungen an den Enden der Energieführungskette
mittels Kabelschellen führt zu dauerhaften Querdrücken.
Die Prüfung des Verhaltens bei Querdruckbelastung erfolgt in
Anlehnung an DIN VDE 0472 Teil 223. Da die Kabelschellen nur in
einem Bereich von wenigen Zentimetern ihren Druck ausüben,
sind die Dämpfungserhöhungen relativ gering. Die Dämpfung
bei Zugbelastung hängt naturgemäß stark vom Aufbau der
Leitung ab. So werden Leitungen mit integrierten Kupferadern oder
Zugentlastungselementen erst bei sehr viel größeren Zugkräften
eine spürbare Dämpfungserhöhung aufweisen, als reine
Lichtwellenleiter.
In Bild 1 wird ein Prüfungsergebnis vorgestellt, für eine
Chainflex®-Leitung mit 6 Lichtwellenleitern. Die Länge
des Prüflings beträgt 1m und die maximale Zugkraft 250N.

Bild 1: Verlauf der Dämpfungserhöhung
als Funktion der Zugkraft
Die Zugkräfte, die beim Einziehen von Lichtwellenleitern in
Energieführungsketten nötig sind, sind erfahrungsgemäß
wesentlich geringer als 250 N. Die Dämpfungserhöhung betrug
0,17 dB bei maximaler Zugkraft und verschwand vollständig nach
Entlastung. Ein Einfluss auf die Dämpfung ist daher nicht zu
erwarten. Bei häufig gebogenen Kunststoff-Lichtwellenleitern,
wie es in Anwendungen mit Energieführungsketten üblich
ist, sind Verschleißfaktoren wie Materialermüdung, Eintrübung
der Werkstoffe, Mikrorisse bis hin zum Faserbruch gefürchtet
und ihr Einfluss auf die Dämpfung ist nur in umfangreichen
praktischen Untersuchen möglich, wie sie von igus® durchgeführt
worden sind.
Bild 2: Verlauf der Dämpfungserhöhung als Funktion
der Anzahl der Hübe
Die sehr guten Prüfergebnisse, wie hier auszugsweise vorgestellt,
der Chainflex®-Leitungen sind nicht selbstverständlich,
wie Untersuchungen von Lichtwellenleitern anderer Hersteller ergaben,
von denen sogar einige mit Faserbrüchen ausfielen. Die Untersuchungen
haben ergeben, dass Chainflex®-Lichtwellenleiter durch mechanische
Beanspruchungen in Energieführungsketten, wie Zug, Querdruck
oder Biegung nicht in ihrer Funktion beeinflusst werden. Somit sind
sie optimal geeignet auch in den teilweise rauen Industrieumgebungen
störungssicher Informationen zwischen Antrieb und Steuerung
weiterzuleiten.
Literatur: [1] Kunststoff-Lichtwellenleiter für flexible Energiezuführungs-Systeme:
Bernfried Späth, Frank Blase
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